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Geschafft: Evang. Stadtmission Heidelberg – Erster Tarifvertrag in der Diakonie in Baden-Württemberg

Nach zwei Jahren intensiver und konstruktiver Verhandlungen ist es geschafft: seit dem 1. Juli 2015 werden die Arbeitsbedingungen und Einkommen der rund 1.500 Kolleginnen und Kollegen der Evang. Stadtmission Heidelberg durch einen Tarifvertrag geregelt und gesichert. Das ist wegweisend, weil es der erste Tarifvertrag ist, der in Baden-Württemberg mit einem diakonischen Träger abgeschlossen wurde.

Stadtmission Heidelberg

Der abgeschlossene Tarifvertrag sichert Lohn- und Arbeitsbedingungen bis mind. Ende 2018:
– Lohnerhöhung für die Altenhilfe und Eingliederungshilfe vorgezogen
– Jahressonderzahlung verbindlich (13. Monatsge-halt)
– Kinderzuschläge erhalten
– zusätzliche Gehaltsstufe – langjährige Beschäftigung zahlt sich aus
– betriebliche Altersversorgung ohne Eigenanteil
– faires Zuschlagssystem, z. B. für Überstunden oder für Einspringen aus dem Frei
– verbindliche Regelungen zum Dienstplan
– Begrenzung von Unter- und Überplanung sowie Regeln zum Freizeitausgleich aus dem Arbeitszeitkonto.
– umfassende Qualifizierungsregelung
– verbindliche 5-Tage-Woche
– Verdoppelung der Anrechnung der Vorerfahrung bei Neueinstellung

Wie haben wir das erreicht?
Einige wenige Kolleginnen und Kollegen setzten sich vor vier Jahren in Bewegung. Aus einem Aktiven-Stammtisch wurde eine noch rührigere ver.di-Betriebsgruppe, die gemeinschaftlich ihre Vorstellung mit Infoständen und über eine eigene Homepage öffentlich erklärte und mit ver.di-Info-Brettern in den Einrichtungen ihre Kolleginnen und Kollegen aufklärte. Mit allem ernteten wir einiges an Konflikt und noch viel mehr Solidarität. Immer mehr haben sich in ver.di organisiert. Außerdem haben externe Paten dieses Ziel unterstützt. Mit dieser tragfähigen Basis haben wir dann die Stadtmission zu Tarifverhandlungen aufgefordert.
Da die Stadtmission diese Verhandlungen abgelehnt hat, folgte der allererste, aufregende Streiktag im Frühjahr 2012, gemeinsam mit dem Uniklinikum Heidelberg. Weitere folgten 2013. Verhandlungsbereitschaft bei der Stadtmission bestand aber weiterhin nicht. Die Solidarität im Stadtteil und der Region, von vielen Kolleginnen und Kollegen und auch die große Solidarität untereinander hat uns in dieser Zeit gestärkt.
In die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik hinein erklärte sich die Arbeitgeberin im Juli 2013 zu Verhandlungen bereit, die dann im Herbst 2013 begannen.

>> Hier das damalige Flugblatt zum Download <<

1 Kommentare

  1. Klaus Klemenz sagt

    Vielen Dank für den Erfolg,Ausdauer zahlt sich aus!!!
    Klaus Klemenz, ehemaliger Konzern-Betriebsratsvorsitzender in einen Privaten Behinderten-Konzern

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